Food Trends

In der vom Zukunftsinstitut 2007 herausgegebenen Studie zum Thema “Food Styles” beschreiben die beiden Autorinnen Hanni Rützler und Anja Kirig wie sich der gesellschaftliche Wandel in den Food Trends wiederspiegelt. Durch das steigende Gesundheits- und Umweltbewusstsein, unsere globalisierte Welt, einer verstärkten Individualisierung in den westlichen Ländern sowie neuen Arbeitsmodellen ändern sich die Essgewohnheiten der Menschen massiv. Die Studie beschreibt, wie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie, der Handel und die Gastronomie darauf reagieren können.

Im Folgenden werden 8 Thesen dazu aufgestellt:
•    100-Meilen-Diät – Das neue Bedürfnis nach Region
Die These: Der Einfluss des Megatrends Globalisierung auf unsere Ernährungsgewohnheiten stärkt die Region. Nicht Bio und Öko allein bestimmen mehr die Märkte, sondern Label wie „Terroir“, „Region“, „CO2-frei“ oder „Direktvermarktung“.
•    Convenience 2.0 – Die Metamorphose der Tütensuppe zum gesunden Deli-Fertiggericht
Die These: Die wachsende Vielfalt sowie die neue sensorische und ernährungsphysiologische Qualität des Convenience- und Chilled-Sortiments wird die deutschen Mittagstische ausgewogener und schmackhafter machen und Mamas Küche endgültig entmystifizieren. Und Convenience 2.0 ist die Chance für die in den letzten zwanzig Jahren vom Aussterben bedrohten Nahversorgungs-Läden in den Städten.
•    New Fusion Food – Wie der Aufstieg Asiens die globalen Food-Märkte verändert
Die These: Asien löst die USA als wichtigsten Impulsgeber für die Systemgastronomie ab. Die Attraktivität der asiatischen Küchen bei europäischen und amerikanischen Haubenköchen eröffnet eine neue Welle der Fusionsküche, die ansetzt zu einer weltumspannenden Küche zu werden, zur definitiven und hoch innovativen Cuisine du Monde.
•    Sen-satt-ion – Die neue Lust am Inszenieren der Esskultur
Die These: Essen wird immer mehr inszeniert und zelebriert, dient weniger dem Sattwerden als dem Socializing und der Distinktion. Je abstrakter unsere Arbeit wird, je flexibler und eigensinniger wir unser Leben und unsere Beziehungen organisieren (müssen), desto mehr wollen wir dies wenigstens ab und zu durch gemeinsame, sinnliche Koch- und Ess-Events kompensieren.
•    Trusted Food – Das steigende Bedürfnis der Konsumenten nach Transparenz, Vertrauen und Sicherheit
Die These: Foodmärkte sind Vertrauensmärkte. Die lückenlose Rückverfolgbarkeit von Nahrungsrohstoffen und Informationen über die Sozial-Standards bei der Produktion wirken wertsteigernd. Der Wunsch nach Trusted Food impliziert eine neue Produktkommunikation. Dank ehrlicher Kommunikation wird auch der Online-Handel mit Lebensmitteln deutlich zunehmen.
•    Essthetik – Wie das Design die Food-Branche erobert
Die These: Design wird sich branchenübergreifend demokratisieren und damit für den Konsumenten zum selbstverständlichen Alltagsgut. Essen ist weit mehr als Nahrungsaufnahme. Essen mutiert zur Kultur- und Kunstform und ist Ausdruck eines Lebensstils. Der Wocheneinkauf wird in Zukunft nicht mehr nur Erledigung, sondern Erlebnis, der Gang zum Supermarkt nicht mehr Last, sondern Lust.
•    Pleasure Food – Genuss ist der Neue Luxus
Die These: Food ist der Luxusmarkt der Zukunft. Traditionelle Luxury-Foods wie Kaviar und Stopfleber werden nicht nur aus ethisch-ökologischen Bedenken immer mehr ins Abseits gedrängt. Das zukünftige Luxusverständnis ist ein aufgeklärtes, bei dem es nicht länger um Prestige, sondern um einen „epikurischen Mehrwert“ geht.
•    Food´n´Mind – Wie Essen zukünftig anhand seines Mehrwerts konsumiert wird
Die These: Die Zukunft gehört der maßgeschneiderten Ernährung. Auch im deutschsprachigen Raum eröffnen sich neue Chancen für den Functional Food Markt und pharmakologisch wirkende Lebensmittel – so genanntem Phood.

Zudem beschreiben die Autorinnen, wie unser Wertewandel neue Lebensumstände und Lebensstile prägen, welche sich auf unsere Ernährungs- und Konsummuster auswirken und so neue Ernährungsbedürfnisse schaffen. Diese werden in der Studie „Lebensstile 2020“ aus dem Jahr 2007 als die sieben wichtigsten Ernährungsprofile von morgen beschrieben:

1. Der Prot-Esstler – genießt mit Verantwortung
2. Der Besser-Esser – isst auf der Suche nach dem Außergewöhnlichen
3. Der Jekyll & Hyde-Gourmet – isst kompromisslos
4. Der Garfield-Gourmand – isst ohne wenn und aber das, worauf er Lust hat
5. Der Ess-Thet – genießt multisensorisch
6. Der Food-Phobiker – isst, um gesund zu bleiben
7. Der Essertainment-Fan – isst sensationshungrig